Der Mythos der schwarzen Seele

Mit den geschwungenen, schwarzen Lettern auf roten Etikett ist der AN/2 der zweifelsohne bekannteste und erfolgreichste Weinexport Mallorcas. Denn nicht nur auf der Balearen Insel, sondern in mittlerweile mehr als 45 Exportmärkten gilt der Name Anima Negra als Gesetz für Qualität mit starkem und durchdringendem Callet-Charakter. Ob Mallorquiner, Resident oder Urlauber, jeder scheint die Bodega Anima Negra zu kennen und man hat das Gefühl als gehöre ÁN ebenso zur Insel, wie die Kathedrale zu Palma und der Hafen zu Andratx. Zwar ist der Begriff der schwarzen Seele in Jedermanns Kopf, dennoch scheint es, als sei die Herkunft und Geburtsstätte der weltweit für Furore sorgenden Weine „noch“ unbekannt.

Ein Unternehmensberater und der Malvasia - Son Vives

  • 19 October 2013
  • Redakteur
Son Vives

Der Ort Banyalbufar, ein Bergdorf an der Tramuntanaküste, knüpft derzeit an die Tradition an, wofür er im Mittelalter über die Grenzen Mallorcas berühmt wurde: Weine von der Malvasíatraube.

Für die Araber war dieser Ort damals so etwas wie ein Weingarten, wobei die Terrassenstruktur, die heute diese Sehenswürdigkeit von anderen Dörfern Mallorcas unterscheidet, schon damals typisch war. Diese vinophile Renaissance war jedoch mit einem erheblichen Problem verbunden. Die Reblausplage, die 1890 auch Mallorca ereilte, hatte nämlich so gut wie alle Malvasíareben vernichtet. Es ist unter anderem Winzern wie Toni Darder vom Weingut Son Vives zu verdanken, dass heute wieder sehr vorzeigbare Weine aus dieser Rebe gemacht werden können.